Weihnachten im Babyboom und Dauerstress
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Der Zauber von Weihnachten

Wer kennt noch das Gefühl von aufregender Vorfreude, wenn Weihnachten immer näher rückt? Als Kind waren meine Geschwister und ich meist schon zeitgleich wenn die Weihnachtssüßigkeiten im Supermarkt aufgebaut wurden im Gedanken auch mit unseren Wunschzetteln beschäftigt.

Die ganze Vorweihnachts- und Winterzeit kam uns unglaublich lange vor. Ganz bewusst haben wir unsere Laternen gebastelt und uns auf St. Martin gefreut. Mit St. Martin wurde bei uns quasi die Vorweihnachtszeit offiziell eingeleitet. Meine Mutter holte die Weihnachtskisten aus dem Keller und kurz drauf erstrahlte alles in Gold und Rot.

Unsere Wunschzettel gingen nun in die heiße Phase, es wurde radiert, überklebt und neu geschrieben, bis wir uns endlich sicher waren.

Mit dem ersten Advent stieg die Spannung auf das Fest und die Geschenke. Meine Eltern führten Diskussionen darüber ob die Bescherung vor oder nach dem Essen erfolgen sollte. Wir Kinder standen da geschlossen hinter meiner Mutter, die für „vor dem Essen“ war, meistens setzte sich aber mein Vater durch.

Und dann war er da der große Tag! Wir standen vor der verschlossenen Wohnzimmertür und warteten gespannt auf die Glöckchen, die klingeln und uns zum reinkommen aufriefen. Schließlich standen wir vor dem gabenreichen Weihnachtsbaum und staunten.

Unsere Eltern hielten sich immer ziemlich genau an unseren Wunschzettel, es war also nicht unbedingt die große Überraschung. Trotzdem war die Stimmung im finalen Moment einfach überwältigend. Der schöne stimmungsvolle Baum, die schönen entspannten freien Tage, die vor uns lagen und der Genuss der schönen Dinge mit denen man sich beschäftigen konnte, ließen uns staunen.

Weihnachten ist dem Grunde nach einfach ein Familienfest und hat für mich seinen besonderen Zauber vor allem durch die Kinder.

Weihnachten mit Kleinkindern

Seit ich erwachsen bin, waren für mich schon die zwei letzten Weihnachtsfeste vor der Geburt meiner Tochter wieder etwas ganz besonderes. In der Kinderwunsch-Phase malte ich mir aus, wie es wohl sein würde Weihnachten mit unserem Kind zu verbringen und ich freute mich darauf, diese Vorweihnachtszeit dann wieder bewusster zu erleben.

Im nächsten Jahr war ich dann tatsächlich schwanger und obwohl meine Tochter bereits am 16. Dezember geboren werden sollte, verweilte sie noch über Weihnachten in meinem Bauch und räumte ihre Unterkunft erst am 30. Dezember. So habe ich schwanger und kugelrund unter dem Weihnachtsbaum gesessen und auf die Ankunft meines ganz persönlichen Weihnachtswunders gewartet. Allerdings wartete ich in der Gewissheit, dass mein Kind, wenn es losginge, nicht in einem Stall zur Welt bringen zu müssen, sondern wahrscheinlich schnell auf freien Straßen in die Klink fahren zu können, wo sich auch an Weihnachten fähiges und nüchternes Ärztepersonal antreffen ließ.

Seitdem haben wie nun schon 10 Weihnachten gefeiert und freuen uns nun auf das 11. Weihnachten. Hochschwanger war ich Weihnachten 2008 noch einmal in freudiger Erwartung auf unseren Sohn. Weihnachten hochschwanger zu erleben und schon ein kleines Kind zu haben, war sowohl anstrengend, als auch wunderschön. Heute weiß ich, es war die Ruhe vor dem Sturm. Der Kleine hat den Laden nochmal ordentlich aufgemischt und auch heute noch bin ich froh, wenn er mit allen Gliedmaßen aus der Schule kommt.

Mein Mann und ich haben versucht, den Kindern den Zauber von Weihnachten erleben zu lassen, sie zum Staunen zu bringen. Wir haben unglaublich schöne und auch lustige Momente mit ihnen an Weihnachten erlebt. So z. B. auch an Weihnachten vor fünf Jahren.

Mein Mann und ich haben die Kinder nach oben geschickt, sie sollten dort warten bis das Christkind kommt. Wir haben also im Wohnzimmer gewirbelt, die Geschenke nach dem Kirchbesuch unter den Baum gestellt, die Kerzen auf dem Adventskranz angezündet, Dean Martin lief im CD Player und wir gingen ins Treppenhaus um das Glöckchen zu läuten.

Es klingelte…, es klingelte ein zweites Mal… .

Von oben hören wir unseren Sohn zu unserer Tochter sagen: „ der Eismann ist da, sollen wir fragen ob wir ein Eis haben dürfen?“ Unserer Tochter antwortete daraufhin: „wir dürfen bestimmt kein Eis, wir haben ja noch nicht zu Abend gegessen.“ Die Kinder unterhalten sich oben beim Spielen weiter, kommen aber nicht nach unten. Mein Mann und ich brauchen etwas, bis es in unseren Gehirnzellen angekommen ist, dass die Kinder die Glocke des Christkindes mit der des Eiswagens der im Sommer durch die Straßen unseres Dorfes fährt, verwechseln, stehen ratlos im Flur unseres Hauses und fangen gleichzeitig an zu lachen. Wir lagen auf dem Boden vor Lachen und konnten uns kaum mehr beruhigen. Das hat dann auch die Kinder erstaunt nach unten gelockt. Der ganze inszenierte Zauber war natürlich weg, aber es war ein unvergessliches Weihnachten für uns.

Weihnachten beginnt für mich in dem Moment, in dem ich in der Kirche zum Kindergottesdienst, der bereits um 15 Uhr stattfindet, früh genug um 14:30 eintreffe, um noch einen schönen Platz zu erwischen. Ich entspanne mich mit jeder weiteren Minute, die ich dort sitze. Der ganze Vorbereitungsstress ist nun vorbei. Die Kinder laufen aufgeregt durch die Kirche und begrüßen bekannte Gesichter. Wenn es dann los geht, sitzen alle Kinder gemeinsam auf dicken Gummimatten direkt vor dem Altar. Die ersten Lieder werden angestimmt und es ist einfach wunderschön. Jedes Jahr wird natürlich auch ein Krippenspiel aufgeführt. Eins dieser Krippenspiele war ein ganz besonderes.

Maria fuhr mit Josef zur großen Volkszählung nach Jerusalem. Sie übernachteten im Maritim Hotel. Bei Maria setzten die Wehen ein. Abgeschirmt von Bodyguards durfte niemand zu ihr kommen. Das Kind wurde geboren und es wurde die Geburt eines gesunden Mädchens verkündet. Nach der Geburt durften nur hochrangige bedeutende und reiche Menschen zu ihr. …

Mein Sohn kam von seinem Platz auf der Gummimatte zu unseren Sitzplätzen gelaufen und sagte: „Mama, die spinnen, die wissen gar nicht wie das war, als Jesus geboren wurde.“

Natürlich wurde im weiteren Verlauf des Krippenspiels alles aufgeklärt, aber es war einfach schön die Kinder so gefesselt und interessiert an den Geschehnissen in der Kirche zu sehen. Ich hoffe sie bleiben ihnen auch noch lange in Erinnerungen.

Erlebt man Weihnachten mit Kindern, auch wenn es nicht die eigenen Kinder sind, oder bereits die Enkel oder Urenkel, entdeckt man den Zauber von Weihnachten jedes Jahr wieder.

Ich wünsche Ihnen allen zauberhafte Weihnachten mit Ihren Lieben.

Genießen Sie die wundervolle Vorweihnachtszeit, schaffen Sie sich Freiräume und kleine Auszeiten zum Entspannen und erleben Sie diese Zeit ganz bewusst.

Ihre Nina Tedesco