Akupunktur zur Geburtsvorbereitung – Was hat es damit auf sich?

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Akupunktur zur Geburtsvorbereitung
Nina Tedesco - Schwangerschaftsmassage

Nina Tedesco

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung – Was hat es damit auf sich? Das fragen mich viele meiner Kundinnen. Aus diesem Grund habe ich hier alle wichtigen Informationen zum Thema zusammengestellt.

Das Prinzip der Akupunktur:

Die Akupunktur (wörtlich übersetzt das Nadelstechen) ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die TCM geht davon aus, dass die Lebensenergie (Qi) letztlich jede Zelle des Körpers versorgt. Dabei benötigt sie freien Fluss entlang der Meridiane (Energieleitbahnen im Körper). Ist der Energiefluss gestört, machen sich Störungen bemerkbar, die dann langfristig zu ernsthafteren Erkrankungen führen können. Um diese Störungen zu beheben und den freien Energiefluss zu fördern, hat die TCM verschiedene Methoden zur Hand. Unter anderem eben auch die Akupunktur, bei der durch den Einstich der Nadel der Energiefluss angeregt und gefördert werden soll, damit sich Blockaden auflösen können. Das gleiche Ziel wird bei der Akupressur verfolgt, hier wird entlang der Meridiane und insbesondere auf die Akupressurpunkte sanfter Druck ausgeübt.

Existieren Meridiane und Akupressurpunkte wirklich?

Die TCM ist eine medizinische Lehre, die ausschließlich auf naturkundlichen Beobachtungen und Erfahrungen basiert. Eine Existenz der Meridiane und auch der Akupunkturpunkte konnte bisher nicht bildlich dargestellt und auch nicht bewiesen werden. Dennoch ist die Akupunktur als Teilgebiet der TCM heute auch in der westlichen Medizin als Behandlungsmethode bei bestimmten Erkrankungen anerkannt, insbesondere zur Schmerztherapie.
Hier konnten in Studien bessere Behandlungserfolge mit der Akupunktur erzielt werden, als mit herkömmlichen westlichen Behandlungsmethoden.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Auch zur Geburtsvorbereitung wird die Akupunktur heute immer beliebter.
Inzwischen setzt jede dritte Schwangere auf die „Zaubernadeln“, die angeblich die Geburtsdauer verkürzen und die Wehen erträglicher machen sollen.Fast alle Krankenhäuser mit angeschlossener Entbindungsstation, viele Hebammen und auch einige Frauenärzte bieten die Akupunkturleistung als Privatleistung zur Geburtsvorbereitung an.
Die Kosten für diese Behandlung variieren zwischen 50 und 100€ und müssen aus eigener Tasche geleistet werden, da es sich um keine anerkannte Kassenleistung handelt.

Wie läuft die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung ab und was soll sie bewirken?

Die Akupunktur beginnt mit der 36. SSW (Schwangerschaftswoche) bis zum Geburtstermin. Sie wird wöchentlich ein bis zweimal in einem bestimmten Schema gestochen. Die einzelne Sitzung dauert etwa 20-30 Minuten. Gestochen werden bestimmte Punkte, die in „China als geburtserleichternd und als Blut und Qi stärkend gelten“ (Ansgar Römer, Akupunktur für Hebammen, Geburtshelfer und Gynäkologen, Stuttgart 2008). Diese Akupunktur begünstigt die Zervix Reifung und hat somit einen positiven Einfluss auf die Eröffnungsperiode. In einer groß angelegten Studie an der Universitätsfrauenklinik Mannheim (1996/1997) konnte an einer Gruppe von 1000 Schwangeren die nach diesem Schema akupunktiert wurden eine Geburtsdauerverkürzung von mehr als zwei Stunden nachgewiesen werden. Als Kontrollgruppe wurden Frauen herangezogen, die keine Akupunktur erhalten haben.

Welche Punkte werden gestochen?

An beiden Beinen werden folgende Punkte gestochen:

  • GB 34 an der äußeren Wade, kurz unterhalb des Knies (Gallenblasenmeridian zugehöriges Element Holz, Yang) – soll die Muskulatur kräftigen, insbesondere die Uterusmuskulatur
  • Ma 36 ebenfalls am der äußere Wade, fast schon mittig, kurz unterhalb des Knies (Magenmeridian zugehöriges Element Erde, Yang) – soll die Zervix Reifung unterstützen
  • MP 6 an der inneren Wade, vier Fingerbreit über dem innen Knöchel (Milzmeridian zugehöriges Element Erde, Yin) – soll die Mitte stärken, Stärkung von Blut Qi und stärkt als Kreuzungspunkt von drei Yin-Meridianen (Leber, Milz- Pankreas und Niere) das Yin und sorgt somit für ein Gleichgewicht zwischen Yang und Yin.
  • BL 67 am äußeren Nagelrand des kleinen Zehs (Blasenmeridian zugehöriges Element Wasser, Yang) – soll wehenauslösend wirken, zieht die Energie nach unten und tonisiert den Uterus, daher wird dieser Punkt erst ab der dritten Sitzung mitgestochen.
Können Nebenwirkungen auftreten?

Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf, kann es nach der Sitzung zu verstärkter Kindsbewegung kommen, die allerdings als positives Zeichen gewertet werden. Auch kommt es manchmal zu kleineren Reizungen an der Einstichstelle. Viele Kundinnen berichten mir über einen entspannten Gemütszustand oder aber auch über große Müdigkeit.

Wer sollte keine Akupunktur vornehmen lassen?

Frauen, die keine natürliche Geburt anstreben möchten oder aus medizinischen Gründen eine Schnittentbindung vornehmen lassen müssen. Indikationen für eine primäre Sectio sind unter anderem: Placenta praevia, Beckenendlagen, Mehrlingsgeburten und andere. Auch bei Frauen, die unter einer bekannten Gerinnungsstörung leiden, sollte keine Akupunktur erfolgen.

Fazit:

Die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung hat im Wesentlichen zwei Ziele:

  1. Sie soll die Muttermundreifung voranbringen und dadurch die Eröffnungsphase um bis zu drei Stunden verkürzen.
  2. Gleichzeitig sollen die Wehen während der Eröffnungsphase weniger schmerzhaft sein.

Ob man sich für die Geburtsvorbereitende Akupunktur entscheidet oder nicht ist jedem selbst überlassen. Für alle, die keine Nadeln mögen, kann die von mir angebotene Shiatsu Massage eine gute und entspannende Alternative sein. Ich kann nur sagen, dass eine Geburt von der ersten bis zur letzten Wehe häufig ein Prozess ist, der über viele Stunden geht. Wenn ich mir nur eine Stunde Wehentätigkeit und Schmerzen mit so einer geburtsvorbereitenden Maßnahme ersparen kann, ist es für mich schon ein Gewinn!

Eure Nina Tedesco!


Bildquelle: (c) fotolia.de/Florence Cardinale

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